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Tote Menschen

Bekannte von mir haben den Trödelmarkt der Träume von Michael Ende vertont und daraus ein großartiges Programm gemacht.

Das Video erfasst definitiv nicht die ganze Stimmung, in echt ist das viel besser.

Nun ist Michael Ende noch nicht lange genug tot und die Rechteinhaber geben nur zeitlich begrenzte Lizenzen an Künstler wie Sarah und Fred.

Gesucht werden nun Gedichte oder gereimte Geschichten in einem ähnlichen Stil, um das Programm erweitern zu können und auch weiterführen zu können, wenn die Rechte an Endes Texten auslaufen – optimalerweise gemeinfreie Inhalte von lange toten Menschen (also aktuell alle, die spätestens 1945 gestorben sind).

Mir eingefallen ist Heinrich Hoffmann (der Typ mit Struwwelpeter): Gestorben im 19. Jahrhundert und seine Gedichte gehen in die richtige Richtung, zum Beispiel das Buch Im Himmel und auf der Erde : Herzliches und Schmerzliches aus der Kinderwelt.

Hat sonst noch wer Ideen?

Geht’s noch?

Lange vernachlässigt, daher hier mal ein weitestgehend inhaltsfreier Testbeitrag.

english

Soll so wohl bei Facebook rumgegangen sein, Quelle ist mir unbekannt.

Ein paar Anmerkungen zu Halle (Saale)

General Smirk

* Wer Monkey Island mochte (oder auch nicht, es funktioniert auch als Theaterstück wenn das Computerspiel unbekannt ist) sollte noch diese Woche nach Halle – es gibt noch vier Termine für diese Bühnenumsetzung.
* Ich denke an Halle lässt sich ganz gut erkennen, wie eine verarmte Gegend funktioniert: Eine Apfeltasche am Bahnhof kostet nur 1,35 (kann sich wohl sonst keiner leisten), Tickets im ÖPVN sind 50 % teurer als anderswo (dürfte daran liegen, dass sich die Stadt keine höheren Zuschüsse leisten kann)
* Es gibt eine Tram-Linie, die nach „Frohe Zukunft“ fährt. Ich stelle mir vor, dass dort ein Flughafen ist, von dem nur abgeflogen werden kann.
* Es gibt in Thüringen noch Raucherkneipen :)
* Kleine Theater sind mir die liebsten, wie auch im Sensemble sind die Schauspieler ansprechbar und eins drüber weiß ich nur, weil es ein spontanes Zuschauer/Schauspieler-BesäufnisZusammentreffen gab
* Der Rassismus ist ausgeprägt, von einer Hallenserin wurde ab 3 Uhr morgens (+/-) folgende Diskussion angestoßen
– Pegida wurde groß, weil die berechtigten Ängste der Teilnehmer von der Politik ignoriert wurden (kann ich noch teilweise nachvollziehen)
– Deutschland muss ein Nationalgefühl entwickeln (Warum?)
– Es ist ungerecht, dass nur Synagogen regelmäßigen Polizeischutz haben, dies muss auch für christliche Kirchen gelten (dafuq?!?)

Negativwerbung

Sollte irgendwer mal in Verlegenheit geraten, eine Küche in Augsburg kaufen zu müssen: Geht nicht zu desinum.

Die (blauäugige) Idee von mir war, dass ich das an ein Fachgeschäft abgebe, um möglichst wenig Stress damit zu haben. Empfohlen wurde mir dann, dass ich doch die Küchennische auskleiden lasse mit auf der Wand aufgelegten Platten – sehe besser aus und ließe sich viel bessere reinigen. Da war ich dann schon beim Einbau recht angefressen: Die Fugen links und rechts wurden nicht verkleidet und die Haupthähne für die links in der Nische befindlichen Wasserzähler ließen sich nicht nutzen. Zweiteres lag an zu kurzem Gewinde der Hähne nach Anbau der Platte, das Aufbauteam sagte dann was von: Ist ja kein Problem, kaufen Sie sich halt was bei OBI. Dafuq? Ich hab’s dabei bewenden lassen – neuer Job, wenig Zeit, kein Nerv mich mit dem Lieferanten zu kloppen, eine Mahnung für eine schon länger bezahlte Rechnung war dann auch nur noch das I-Tüpfelchen.

Diese Woche lernte ich dann, dass ich es nicht auf sich bewenden lassen hätte sollen sondern doch direkt meinem Anwalt geben: Die Wasseruhren hatten den Eichturnus überschritten und müssen getauscht werden. Da stellte sich dann heraus, dass die Vollhonks von desinum die Löcher in der Platte vor den Zählern so klein gebohrt haben, dass die Wasseruhren nicht herausgenommen werden können.

Ende vom Lied: Befeuert von zwei linken Händen und viel Wut im Bauch ist die Öffnung jetzt größer (hoffentlich hat der Wasserzählertauscher die nötige Größe richtig angezeichnet…) und ich kann noch einen zweiten halben Urlaubstag investieren.

Um’s den Suchmaschinen zu erleichtern:

Dieser Händler ist inkompetent und sollte nicht in Betracht gezogen werden für einen Küchenkauf und -aufbau:

desinum GmbH
Maximilianstrasse 56
86150 Augsburg

Tel. +49 821 450325 0
Fax +49 821 450325 10

www.desinum.bulthaup.de
info@desinum.de

Freundlichkeit geht vor

So lautet das Motto der Stadtwerke Augsburg für eine sehr hirnverbrannte Idee: Seit August muss in den Bussen vorne eingestiegen werden.

Der Flyer listet vier Vorteile auf, angeblich gut für Betreiber und Anbieter.

1. Weniger Schwarzfahrer.

Auf der Testlinie gab es wohl 20 % mehr Barzahler, aber das Argument überzeugt nicht:
* Ich zeige seit einer Woche beim Fahrer die alte Abokarte vor, die seit Monaten abgelaufen ist. Rückfragen gab es keine.
* Seit dem 1. Juli gilt der erhöhte Satz für Schwarzfahren, jetzt 60 statt 40 Euro – das wurde auf Betreiben von Bayern eingeführt und die Wirkung hätte abgewartet werden können.

2. Schnellere Abfertigung.

Schwachsinn. Die Busfahrer öffnen die hinteren Türen später (sei es durch Anweisung oder durch die Ablenkung der ganzen Einsteiger) und insbesonders ältere Menschen trauen sich nicht nach hinten durchzugehen, um beim Anfahren nicht zu stolpern. Das führt dann zu Verstopfung vorne oder noch längeren Wartezeiten, weil der Fahrer die Fahrgäste nach hinten scheuchen muss.

3. Mehrheit ist dafür.

Trotz täglicher Nutzung der Stadtwerkefahrzeuge ist mir diese Umfrage neu, und in den Bussen höre ich auch eher „Schildbürgerstreich“ statt „Jippie“. Wäre es nicht richtig gewesen Abokunden (als Vielnutzer) diese Frage auch direkt zu stellen?

4. Sicherheitsempfinden und Vandalismusverhütung.

Gefühlte Sicherheit hat sich als Konzept ja auch sooo bewährt. Sigh. Und natürlich lasse ich den Edding verpackt, nur weil ich vorne einsteigen musste. Das ist ein absolutes Nullargument, dürfte aber leider bei den Schafen ziehen.

Glücklicherweise fahre ich außerhalb der Stoßzeiten und bin die nächsten Wochen nur deshalb auf den Bus angewiesen, weil gerade eine Brücke renoviert wird. Ab Mitte September fällt es mir dann einfacher die Busse zu meiden, weil dann mein Arbeitsweg wieder per StraBa möglich ist.

Es grünt in Lettland

Einen komischen Fokus haben die Medien bei der Wahl von Raimonds Vejonis zum lettischen Präsidenten. Hervorgehoben wird, dass er erster Präsident eines EU-Landes einer grünen Partei sei (z.B. Tagesspiegel: „Grüner Raimonds Vejonis wird neuer Staatspräsident von Lettland“, N24: „Raimonds Vejonis: Ein Grüner wird lettischer Staatspräsident“, Die Zeit: „Raimonds Vējonis: Lettland wird erstes EU-Land mit grünem Staatschef“) – politisch viel interessanter und wichtiger finde ich aber, dass er Verteidigungsminister war und sich profilieren möchte mit Sicherheit zuerst!, sowohl nach innen als auch nach außen.

Er fordert die klassischen Sachen der neuen kalten Krieger: Mehr NATO-Präsenz an der Ostgrenze, höhere Militärausgaben und Modernisierung der Armee, das Aufzeigen von Grenzen für Russland. Ich mag mich täuschen, aber alles in allem klingt das sehr nach Clausewitz (Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln).

Und natürlich will er die Ukraine unterstützen, er bezieht sich dabei auf die Kiewer Seite in diesem Bürgerkrieg* – da ist er ganz bei Stu, der auch lieber diesen Krieg finanzieren möchte als die europäischen Banken mit dem Schlenker über Griechenland :)

*) Ich halte die diplomatischen Mittel noch bei weitem nicht für ausgeschöpft, es wäre beispielsweise eine gute Idee, die beiden Lager zu zwingen, direkt miteinander zu sprechen, und nicht mehr nur übereinander. So wie es auch im Minsker Abkommen beschlossen wurde.

Einer? Tausende!

Zu dem Foltervorwurf gegen einen Polizisten in Hannover hat sich auch der Wendt (Chef der DPolG) geäußert, wie immer in solchen Fällen mit „schlimmer Einzelfall, aber Polizisten sind ja grundsätzlich Die Guten“ (minimal paraphrasiert).

Nicht gelogen, aber in diesem Fall ist der „Einzelfall“ eine nicht ganz kleine Gruppe:
* Der mutmaßliche Folterer
* Die Empfänger seiner „Erfolgsnachrichten“
* Der mithörende Vorgesetzte

Und die alle haben nicht reagiert? Und das hingenommen seit mindestens Herbst 2014?

Klar, lauter Einzefälle, und der Schweigekodex innerhalb der Polizei ist natürlich auch gerechtfertigt.