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  • Abschreckendes Beispiel

    Heute in der Maus wurde ein alter Beitrag zu Hausnummern gezeigt. Was ich bei diesen Klassikern durchaus schätze ist die Freude am Unsinn und Repetition, wieder und wieder bis es alle begriffen haben. Diese Art von Einspielern gibt es praktisch nicht mehr, liegt es vielleicht daran, dass für jüngere Zuschauer die Elefanten-Sendung gedacht ist?

    Doch wie dem auch sei: Eine Aktualisierung des Hausnummervideos ist nötig, mit einem abschreckenden Beispiel aus Augsburg. Es wird zwar auf Hausnummerzusätze eingegangen (99a bis 99c), doch da geht noch viel mehr. Bei der Verdichtung wurde ein Grundstück in der Schertlinstraße ein klein wenig parzelliert – es gibt dort inzwischen die Hausnummern 11, 11 1/2 und so weiter, bis hoch zu 11 1/187 (ich meine aber mit Löchern drin, es sind nicht alle Nummern vergeben).

  • Farbenrausch

    Die Demo am Samstag war bunt, es tut gut, nicht alleine zu sein mit der Unzufriedenheit.

    Nicht mein Bild sondern aus dem Umfeld des FFF Augsburg. Die Berichterstattung vom BR bezog lustigerweise auch fast nur auf diese Demo.

    Und dann habe ich neue Schuhe.

    Die deutlich knalliger sind, als ich erwartete. Und nur in einem Bällchenbad nicht hervorstechen. Ich denke ich werde mich dran gewöhnen und auch erfreuen.

  • Erwartet furchtbar…

    …ist die Regierung Merz geworden.

    Und neben Spenden an Organisationen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, juristisch dagegen vorzugehen versuche ich Präsenz zu zeigen bei Demos.

    Am Samstag ist es so weit: Am 20. September finden deutschlandweit Klimademos statt, in Augsburg ab 14 Uhr am Königsplatz.

    Im Februar sah es nur so aus, als würde der Demozug die Bastille, äh, das Rathaus stürmen. Wünschen würde ich mir mehr Leute auf der Straße, das klappt vielleicht mit dem besseren Wetter im Vergleich zu Anfang des Jahres?

    An dem Tag passiert wirklich überall etwas, siehe die Demokarte – wahllos [:)] rausgegriffen neben Augsburg: Karlsruhe, Radolfzell, Freiburg, *nicht* Hildesheim.

  • weise (wichtige?) Worte

    Gestern habe ich, nach langer Zeit, „Mann ohne Land“ von Kurt Vonnegut erneut gelesen. Im weitesten Sinne sein Vermächtnis, veröffentlicht 2005, zwei Jahre vor seinem Tod. Waren nur wenige Stunden, gemütlich auf dem Balkon im Hängesessel – die Übersetzung von Harry Rohwohlt ließt sich erwartet flüssig runter und das Bändlein hat nur 170 Seiten.

    Vonnegut schreibt dabei vor allem über Anekdoten in seinem Leben, und, als der große Humanist, der er ist, beklagt er sich über den Lauf der Welt. Aufgerieben hat er sich dabei viel an 9/11 und der damaligen US-Regierung unter GW Bush. Ich will gar nicht wissen, was er mit seiner Weltsicht aus Trump gemacht hätte; er verzweifelt schon an den Kriegen im Irak und Afghanistan, mit – im Nachgang! – noch verhältnismäßig „normalen“ Charakteren ganz oben. Aber darauf will ich gar nicht hinaus, dieser Absatz hat mich am meisten berührt:

    Und ich fordere euch dringen auf, es bitte zu merken, wenn ihr glücklich seid, und an einem bestimmten Punkt auszurufen oder zu murmeln oder zu denken: „Wenn das jetzt nicht schön ist, dann weiß ich nicht, was schön ist.“

    Es IST nicht alles Scheiße. Und wenn es dann Vonnegut/Rohwohlt braucht, um das in den Schädel einzuprügeln, waren es nicht die Schlechtesten.

    Womit ich dann auch wieder in den Hängesessel wechsel, für die letzten hellen Sommerstunden. Und das ist (und wird) schön.

  • Separated at birth

    In meiner Musiksammlung sind zwei Stücke, die für mich fest zusammen gehören, obwohl wahrscheinlich kaum jemand beide gleichzeitig kennt – zu obskure Bands, zu weit auseinander.

    Es ist „Wenn Annika träumt“ von „Die kleinen Götter“, eine Abiband aus Konstanz Ende der 1990iger, die sich noch ein paar Jahre gehalten haben und zumindest in der Region ziemlich bekannt waren. Das andere Stück ist „Tanz deine Revolution“ von „Rainer von Vielen“, im Kern zwei Allgäuer, die Musik professionell betreiben und damit auch deutschlandweit unterwegs sind. Dürfte trotzdem recht wenig Überlappung geben zwischen beiden Hörergruppen ;)

    Beide Titel zielen für mich in die gleiche Richtung und haben eine ähnliche Botschaft (allerdings wurde Tanz deine Revolution auch schon auf Wutbürger-Demos gespielt, SEHR zum Verdruss von Michael und Rainer).

    Video vom letzten Konzert der Band im Kula in Konstanz. Ich war auch dabei.

    Das Musikvideo entstand in Berlin, wer Jurablogs liest erkennt auch das ehemalige Polizeifahrzeug.

  • mehr Wasser

    Gerade alkohollastig, doch hier zwei weitere Radler-vor-Fließgewässer-Bilder, exakt Landwehrkanal und Dreisam.

  • Besonderer* Wein

    Wer erkennt die Winzerei?

    *) also, besonders selten. nicht unbedingt besonders gut.

  • alles furchtbar hier

    Alsterwasser mit Blick über die Weser bei T-Shirt-Wetter.

    Als Bonus, zwei Tage später: Finde die sieben Unterschiede.
    Radler mit Blick auf vorderer Lech.

  • Plan B für dunkle Zeiten

    Welche vertrauenswürdige Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, alles wegzuklagen, was Merz&Co in den nächsten Jahren so verbrechen?

    Suche noch geeignete Spendenempfänger für die erwarteten dunklen Jahre – irgendwo muss mein Plan B ja anfangen.

    Das fragte ich mich kürzlich, und während es *die eine* Gruppe wohl nicht gibt, habe ich mich entschlossen im ersten Schritt diesen drei Organisationen eine montaliche Spende zukommen zu lassen:

    Gesellschaft für Freiheitsrechte
    Passt am ehesten auf meine Einstiegsfrage, dieser Verein finanziert Klagen für Erhalt und Ausbau von Grund- und Freiheitsrechten.

    Rote Hilfe
    Diese Vereinigung unterstützt linke Menschen bei der Bezahlung von Rechtskosten. Es ist zu befürchten, dass die Demonstrationsfreiheit weniger geachtet wird.

    VVN-BdA
    Die Bezeichnung „antifaschistisch“ wird im politischen Diskurs immer weiter in die Richtung „extremistisch“ geschoben. Wer – gerade mit der deutschen Geschichte – Antifaschismus ablehnt, muss sich fragen in welche Richtung der eigene politische Kompass zeigt.
    (Es sei jedem unbenommen, die Methoden oder auch Ästhetik der Antifa („rot-schwarzer Block“) abzulehnen. Ich beziehe mich ganz konkret auf Antifaschismus als politische Position.)


    Was mir noch fehlt ist vor allem ein Spendenempfänger für die juristische Unterstützung bei Umwelt- und Klimapolitik. Hinter dem Klimabeschluss von 2021 stand eine nicht dauerhafte Gruppe aus Einzelpersonen und generischen Umweltschutzorganisationen. Dies ist nicht wirklich das, was ich suche. Ich möchte konkret die Durchführung von Klagen unterstützen.

    (Nachtrag: Habe mich für die DUH entschieden. Die machen nicht _nur_ Klagen rund um Umweltschutzthemen, fallen damit aber positiv auf.)

  • Morgen ist Wahl!

    Heute gab es hier eine weitere Demonstration, und ich bin immer noch etwas geflasht:

    Mal laut, mal leise, lustige und nachdenkliche Beiträge, wütende und optimistische Sprecher:innen, …

    Das stimmt mich zuversichtlicher: Es gibt eine funktionierende Zivilgesellschaft hier.

    Unsortierte Randbemerkungen
    * ALLE kennen Bella Ciao, die Textsicherheit hört aber mit „bella, ciao! bella, ciao! bella, ciao, ciao, ciao!“ auf
    * es läuft einem aber trotzdem wohlig den Rücken runter, wenn über 10000 Menschen obige Zeile singen
    * dass ich mal einem Fußballclub-Präsident beklatsche hätte ich nie für möglich gehalten