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Indianer, Kater und andere Serverbewohner

Unheimliche Speicherfresser

Heute habe ich mich total angestrengt und eine grafische Darstellung dessen erarbeitet, was am Ende auf der Kiste laufen soll.

Konzept Serverdienste Speicherfresser

Schick, oder? Glücklicherweise bezahlen die mich nicht für’s zeichnen, sonst würde ich wohl jämmerlich verhungern…
Von den angedachten Diensten laufen auch schon ein paar – zeitlich gestaffelt erkennbar in der Arbeitsspeicherübersicht. Beim roten Pfeil habe ich einen Samba-Server angeworfen, der direkt auf der Kiste selbst läuft – sehr schön zu erkennen ist die plötzlich deutlich ansteigende Speicherauslastung, aber was ist schon von einem Microsoft-Format wie CIFS zu erwarten… Ursprünglich sollte der Samba-Server nicht nur simple Windowsfreigaben erstellen, sondern auch als Backup-Domänenserver fungieren, aber das ging ziemlich in die Hose, aus irgendwelchen Gründen wurden die Berechtigungsgruppen nicht sauber ausgeliefert und ich habe dann heute recht hektisch um 12 Uhr Terminalserver durchgestartet – aus mir nicht ganz klaren Gründen haben die Teile es nicht erkannt, dass der Server, der die falschen Gruppeninformationen ausliefert nicht mehr da ist. Ich hätte erwartet, dass die Microsoft-Boxen dann von sich aus auf dem primären Domänencontroller nachfragen, aber nein, in Redmond ist logisches Vorgehen nicht erwünscht.
Aber egal.
Interessanter wird es dann erst beim grünen Pfeil – da habe ich das erste Gastsystem aufgespielt und war recht irritiert, als dann plötzlich der Server weniger Speicher hatte. Irgendwie versteckt Xen einen Teil des Arbeitsspeichers, der für die virtualisierten Gäste vorgesehen ist. Seltsamerweise jedoch nicht den kompletten reservierten Speicher, sondern nur ca 80% davon…
Noch viel idiotischer ist es, dass der “gefressene” Speicher nicht freigegeben wird – beim blauen Marker habe ich eine zweite virtuelle Maschine installiert und direkt danach wieder gelöscht. Aber den Speicher wieder freigeben? Nöö – is nicht, aber das verstehe ein anderer*.
Erst nach einem Neustart ist dann der Speicher wieder da (gelber Marker, eine Maschine wurde direkt beim booten angestartet). Ich habe dann direkt danach noch mal einen Gast eingerichtet und wieder gelöscht, mal schauen ob Xen irgendwann merkt, dass der Speicher nicht mehr genutzt wird.
Auch obskur wurde es dann bei dem schwarzen Pfeil – zum testen habe ich auf einem Gast ein Backup mit rsync durchgeführt. Aus mir unerklärlichen Gründen hat das dann dazu geführt, dass auf dem Server ein Cache von 6,5 GB (orangene Fläche im Diagramm) aufgelaufen ist – obwohl eigentlich 1.) das Gastsystem nur 768 MB RAM zugewiesen hatte und 2.) diese virtualisierte Maschine sowieso keine Auswirkung auf den Xen-Host haben kann.
Ich werde mir das mal ne zeitlang anschauen, wenn da weiterhin so komische Sachen passieren sollte ich mich doch mal kundiger machen…

*) in Kombination mit der Antwort “Ich kenne aber keinen anderen” ein sehr wichtiges Zitat – na, wer kennt den Film?

Von renke

IT-Ratte (oder Systemadministrator), hat nen neues Spielzeug gekriegt und wird die "Genese" des Servers hier bebloggen.

21 ist nur die halbe Wahrheit.